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John Donne

Vergibst Du Sünde,
die mit mir begann,
wenn auch manch anderer
sie beging vorher?
Vergibst Du Sünde,
die ich dann ersann
und noch ersinn,
selbst wenn ich mich bekehr?
Vergebens, Herr,
vergibst Du dann,
denn ich tu mehr...

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DAS GESCHENK



Die kleinen Freuden sind oftmals die größten...






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Ich hatte Recht.
Leider nicht immer.
Aber oft.






EIN SCHÖNER MORGEN

Nachdem denn die gute Laune weitestgehend wieder hergestellt war, gestaltete sich die Weiterfahrt vorerst entspannter. Nun war mir ja auch klar, warum heut wieder so viele Idioten unterwegs waren. Ziemlich bald im Berliner Umland wurde auch die Musik im Radio zusehends besser, was meine übliche Autofahreuphorie wieder durchscheinen ließ.
Das Thermostat erlaubte mir sogar noch 10 Minuten annähernde Maximalgeschwindigkeit, bevor der Berliner Ring dies sowieso gleich verbieten würde. Und die Kilometer flogen nur so vorbei, bis... ja bis sich 20 km vorm Ziel eine komplette Sperrung der Landstraße vor mir aufbaute. Die Tuckelei über die Dörfer, die zeitweise gar nicht ausgeschilderte Strecke, das wohl noch nie ausgebesserte Holperplaster und meine scheinbare Unkenntnis meiner alter Heimat raubten mir fast den letzten Nerv. Den letzten raubte mir dann noch ein Fuchs, der auf der Straße umher lief. Ich hatte ihn lange genug gesehen, Tempo heftigst reduziert, er lief von rechts nach links und wieder zurück, immer vor mir her, und dann dreht er sich um und bleibt auch noch stehen, was mich dann doch noch zu einer Vollbremsung zwang, die auch wenns nur 20 oder 15 kmh waren, sämtliche Gegenstände durch Auto fliegen ließ. Blödes Vieh. Man das hatte mir grad noch gefehlt. Ich hoffte, dass wenigstens eines meiner mitgeführten technischen Geräte den Sturz überlebt hat.
Heute morgen strahlender Sonnenschein und eine Begrüßung der besonderen Art, läßt mich die Odyssee von gestern abend ganz schnell vergessen.






NEIN, ICH BIN NICHT ABERGLÄUBISCH

Weitere 500 Kilometer später fühle ich mich irgendwie zwischen allen Stühlen. Ein richtiges "Zu-Hause-Gefühl" zu entwickeln, war mir bei den einzelnen auch nur angerissenen Stunden, die ich in meiner komischerweise viel zu aufgeräumten Wohnung verbracht habe, nicht möglich. Hier schon gar nicht. Wie auch, bin ja grad erst zur Tür herein. Die kurze Zeit zu Hause genutzt um Klamotten auszupacken und neue wieder einzupacken, meine Internetsucht zu befriedigen und natürlich kurz zu telefonieren, was mir allerdings eher Vorwürfe und Kritik einbrachte. Dazu noch Informationen die mich freuen und gleichzeitig auch nicht. Die darauf folgende Melancholie findet ihren vorläufigen Höhepunkt auf dem Weg nach Bielefeld, lässt sich allerdings durch eine relativ vielschichtige Kommunikation mit relativ vielen Personen, die ich einfach mal als Stimmungsaufheller benutze, in relativ geringer Zeit aufhalten (ein sehr rothaariges junges Mädchen mit einer sehr lädierten Marktkauftüte, einen nicht mehr ganz so jungen Herren, der sich mir als "Stefan" vorstellt, einen Typen der scheinbar mit Druckern dealt, mich nach "L’amour" fragt und mich ganz kurz an dem lange nicht erlebten Vorglühloungeduft schnuppern lässt, ein enorm erfreuliches Telefonat mit meiner Mama, 2-3 nette SMS). Doch die vor mir liegende Fahrtzeit von geschätzen 4 Stunden eignet sich hervorrragend zum Grübeln, Nachdenken, und wieder Grübeln, zur selbstkritischen Betrachtung allermöglichen Aspekte usw usf... und darum lässt auch die Melancholie nicht lang auf sich warten und kehrt mit geballter Kraft zurück. Kurzzeitig vergesse ich sogar die Temperaturanzeige im Auge zu behalten (ist mir seit 6 Jahren nicht mehr passiert). Nun, die Nadel hat den roten Bereich deutlich überschritten und so sehe ich mich zur Schleichfahrt auf der rechten Spur gezwungen, wenigstens bis die Temperatur wieder unter 100 ist. Die trübe Stimmung bleibt, genauso wie die Frage nach meinen Fehlern, meiner Inkonsequenz und der augenscheinlichen Unfähigkeit aus der Vergangenheit zu lernen. Die Parallelen finden ihren Schnittpunkt, doch schneiden sie nicht nur sich sondern auch mich. Erneuter Höhepunkt. Trommelwirbel. Eine SMS. Noch keiner hat mir versprochen, die Sterne vom Himmel zu holen, darum ist es heute auch gleich der Mond. Viel schlimmer noch als dieser Umstand ist das "Für Dich". Ich schiele vorsichtig rauf, zum Mond, und bin fast erstaunt, doch auch beruhigt ihn dort zu sehen, genau da wo er hingehört. Und ich schaue noch mal hin. Slowmotion. Der Groschen fällt. Langsam, der Mond grinst mich an, voll und rund, so als ob nichts wäre. Vollmond hat mich bislang selten gestört, heute tut er es. Der ertappte Übeltäter hüllt sich kurz in zarte Schleierwolken und ich habe fast das Gefühl er schämt sich dafür, mir deratig die Laune zu verderben.







SkyCaptainBlue


 

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